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Das Dörfchen am See
- Ich schaute Gebirge, gar hoch und hehr,
ich fuhr auf dem wilden, wogenden Meer; die Großstadt sah ich, den mächtigen Strom und stund auch im stolzen, hochragenden Dom. Wohl hat was ich schaute, den Sinn mir erfüllt, wohl trug ich nach Hause manch herrliches Bild; doch trag ich im Herzen, wo immer ich geh; nur eines: mein freundliches Dörfchen am See.
- Von grünenden Hügeln gar lieblich umkränzt,
ein Spiegel, der lieblich im Mondlicht erglänzt, nur wenige Hütten, mit Stroh meist gedeckt, ein Kirchlein, im Laubdach der Linden versteckt. Rings Stille. – Hier ruhen die Lieben vereint, hier schlummert in Frieden mein trauter Freund. Drum heg ich im Herzen mit leisem Weh dein Bild nur, mein heimatlich Dörfchen am See.
- Und blüht nun die Linde, dann treibt´s mich hinaus,
muss wiederum kommen ins Vaterhaus zu schaun, wie der Mondstrahl Brücken baut, zu hören der alten Glocken Laut, zu träumen wieder der Kindheit Traum, beim Säuseln der Blätter im Lindenbaum. Denn deckt auch mein Haupt schon des Alters Schnee, jung wird mir das Herz doch im Dörfchen am See.
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